Cazaux Rotorflex

Zuverlässige dezentrale Antriebstechnik in großen Weinkellern

Seit mehr als acht Jahren beliefert NORD DRIVESYSTEMS den führenden französischen Hersteller von Weinpumpen, CAZAUX ROTORFLEX, mit dezentralen Antriebssystemen aus Getriebemotor und Frequenzumrichter. Auch dessen neu entwickelte, patentierte Drehkolbenpumpen (pompes à lobes) sind mit Antrieben von NORD ausgestattet und aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit bei Winzern und Kellermeistern in aller Welt gefragt. Dies gilt auch für das weltweit größte Anbaugebiet hochwertiger Weine, den Bordelais. In dieser Region mit ihren vielen traditionsreichen Weingütern ist CAZAUX seit seiner Betriebsgründung 1954 fest verwurzelt.

Die Tradition des Weinanbaus im Bordelais reicht bis zur keltischen Besiedelung von Burdigala, dem heutigen Bordeaux, im ersten Jahrhundert v. Chr. zurück. Heute stellt die Region um Bordeaux das größte zusammenhängende Anbaugebiet AOC/AOP-geprüfter Weine dar. Über 3.000 Châteaus genannte Weingüter säumen die Landschaft, auf deren Rebflächen vorwiegend Trauben der Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc reifen. Entscheidenden Anteil an der Güte eines Bordeaux-Weins hat neben Cru und Terroir (Gewächs sowie Bodenbeschaffenheit und Lage) auch die als Ausbau bekannte weitere Vinifikation im Weinkeller. Dabei veredeln die Winzer oder Kellermeister ihren Wein und prägen ihm seinen einzigartigen Charakter auf. Bei aller Tradition werden die Erzeuger dabei heute in sämtlichen Prozessschritten von moderner Technik unterstützt.

Tradition und Terroir

Unweit der Stadt St. Émilion befindet sich das Château Haut-Sarpe, ein Weingut mit langer Geschichte, das seit 1934 von der Familie Janoueix bewirtschaftet wird. Das Anwesen wurde einst im Auftrag des Grafen Jacques Amédée de Carles erbaut, eines Generals Napoléon Bonapartes. Es liegt inmitten von 21 Hektar Rebflächen. Auf dem ton- und kalkhaltigen Terroir wachsen die Trauben, aus denen nach 15-monatiger Veredelung der Chateau Haut-Sarpe, Saint-Émilion Grand Cru Classé hervorgeht. Im Weinkeller werden in zwei großen Lagerräumen die Jahrgänge 2015 und 2016 in über hundert Eichenfässern ausgebaut. „Ein solcher Wein muss den komplexen Charakter seines Terroirs ausdrücken“, erklärt der verantwortliche Önologe von Haut-Sarpe, Didier Beillon. „Unseren Grand Cru Classé entwickeln wir auf Basis der Rebsorten Merlot und Cabernet Franc. Der Merlot gibt dem Wein einen runden Körper, der Anteil an Cabernet Franc verleiht der Cuvée ihre Eleganz.“

Mazeration und Gärung erfolgen in großen Betontanks mit einem Fassungsvermögen um 10.000 Liter. Anschließend wird der Wein in Barrique-Fässer aus französischer Eiche umgefüllt, wo er über einen Zeitraum von 12 bis 15 Monaten zur endgültigen Reife gelangt. Ein Bordelaiser Barrique fasst 225 Liter und sorgt durch ihre im Verhältnis zum Inhalt große Holzoberfläche dafür, dass der Wein die Tannine des Eichenholzes aufnimmt, die ihm einen würzigen Akzent verleihen. „Deshalb können wir jedes Fass auch höchstens für zwei Jahrgänge verwenden, weil das Holz danach kaum noch Gerbstoffe freisetzt“, ergänzt Beillon.

Umzug per Pumpe

Im Weinkeller werden die für das Chateau Haut-Sarpe handgelesenen, sortierten und entrappten Trauben zunächst in einer Presstrommel gekeltert, um die Haut aufzuschließen und den Saft in Kontakt mit der Hefe zu bringen. Dies befördert die alkoholische Gärung und setzt die in der Haut enthaltenen Tannine, Farbstoffe, Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe frei. Zur Gärung und Mazeration wird die Maische dann in Betontanks gepumpt, deren massive Wandungen eine geringe Anfälligkeit gegenüber Temperaturschwankungen aufweisen. Während der Umwandlung des Fruchtzuckers in Alkohol treibt die entstehende Kohlensäure den Trester an die Oberfläche. Je länger die Maische zur Mazeration und Gärung im Tank verbleibt, desto farbintensiver und tanninreicher gerät das Endprodukt.

Für den Ausbau zum Grand Cru Classé wird der Rebensaft in Barrique-Fässer umgepumpt. Dort veredeln die verbliebenen Schwebestoffe durch ihre Aromen und Fettsäuren den Charakter des Weins und setzen sich allmählich am Boden des Fasses ab. Deshalb muss der Wein in regelmäßigen Abständen durch Abstiche geklärt und in neue Fässer umgefüllt werden, um ihn von allen Festkörpern und unerwünschten Hefedepots zu trennen, bevor er nach etwa 15 Monaten schließlich reif für die Flaschenabfüllung ist.

Innovatives Pump-Prinzip

Vom Befüllen der Gärungstanks bis zur wiederholten Klärung des Weins fallen zahlreiche Pumpvorgänge an, in denen das Medium unterschiedliche Konsistenzen aufweist. Während die Maische eine sehr zähflüssige, mit Feststoffen durchsetzte Beschaffenheit besitzt, wird der Rebensaft nach seiner Gärung und im Verlauf der Klärung immer liquider. Um sämtliche im Weinkeller erforderlichen Pumpvorgänge mit ein- und derselben Maschine durchführen zu können, hat das Weingut eine neue Drehkolbenpumpe von CAZAUX angeschafft. Die LOB 300 lässt sich universell – von den entrappten Trauben bis zum Abfüllen in Flaschen – einsetzen und sorgt durch ihren patentierten zweiflügeligen Kolben für einen hohen, gleichmäßigen Durchfluss auch bei sehr viskosen Medien mit hohem Feststoffanteil. LOB-Drehkolbenpumpen sind die neueste Innovation aus dem Hause CAZAUX, das als führender französischer Hersteller eine überaus breite Produktpalette an Pumpentechnik für die Vinifikation anbietet. Dazu zählen Impellerpumpen der Baureihe Œnoflex, die ebenso in verschiedenen Baugrößen erhältlich sind wie die Pumpen der Doublexc-Baureihe mit hintereinanderliegenden Exzenter-Drehkolben. Außerdem umfasst das Pumpen-Programm selbstansaugende, revisierbare Kreiselpumpen, Exzenter-Schnecken- und Rotorflex-Pumpen. Quer durch alle Baureihen setzt CAZAUX auf robuste, schlanke Antriebssysteme von NORD, die sich in unterschiedlichen Leistungsklassen direkt an das Pumpensystem anschließen lassen. Die dezentralen integrierten Einheiten mit unmittelbar auf dem Getriebemotor montiertem Frequenzumrichter fallen ausgesprochen kompakt aus und sind zudem noch leichter und wirtschaftlicher als andere am Markt verfügbare Antriebssysteme dieser Art.

Weltweit nachgefragt

CAZAUX-Geschäftsführer Yves Le Guillou erklärt: „Der Großteil unserer Pumpen, etwa 70 % der gesamten Produktion, geht mittlerweile in den Export. Hauptabsatzmärkte sind Italien, Spanien und Südamerika – aber vermehrt auch China, wo die Weinproduktion stark an Boden gewinnt. Wesentlichen Anteil am Erfolg hat die große Langlebigkeit unserer Geräte, die Betriebszeiten von 30 Jahren erreichen. Von bisher 32.000 ausgelieferten Weinpumpen sind derzeit noch etwa 20.000 Stück im Einsatz. Die NORD-Antriebstechnik ermöglicht es uns, unterschiedliche Optionen zur Pumpenbedienung anzubieten, sei es mit Potenziometer, Funkfernsteuerung oder einem Touchscreen, auf dem sich Durchflussmenge, Druck und Drehzahl präzise voreinstellen lassen. Gerade bei den im Bordelais verbreiteten Cuvées mehrerer Rebsorten vereinfacht das die Arbeit enorm, weil der Kellermeister das exakte Mischungsverhältnis vorab einstellen kann und sich die Pumpe nach Erreichen des entsprechenden Volumens selbsttätig abschaltet. Mit integriertem Durchflussmessgerät lässt sich eine Mengensteuerung mit Abweichungen unterhalb 0,1 % erzielen.“ Durch ihre sehr wartungsfreundliche Konstruktion erleichtern die Pumpen den Austausch von Verschleißteilen, der mit wenigen Handgriffen in kurzer Zeit erledigt ist, ohne dass dazu umständlich in die gesamte Mechanik eingegriffen werden muss. „Das A und O bei Weinpumpen ist die Zuverlässigkeit, da ein Ausfall besonders bei kleineren Winzern den ganzen Prozess der Weinbereitung aus dem Zeitplan bringen kann. Deshalb halten wir auch stets ein großes Sortiment an Einzel- und Ersatzteilen vor und sind mit unseren Servicekräften europaweit innerhalb von 48 Stunden vor Ort“, fügt Le Guillou hinzu.

Zuverlässiger Antrieb

Für die elektrische Antriebstechnik arbeitet CAZAUX seit 2009 mit NORD DRIVESYSTEMS zusammen. „Wir haben uns damals an die französische NORD-Vertretung gewandt, weil uns die Produkte des vorigen Zulieferers nicht zuverlässig genug waren“, erklärt Le Guillou. Heute bezieht CAZAUX jährlich fast 400 Produkte von NORD, darunter im Jahr 2016 allein 230 Getriebemotoren mit aufmontiertem Frequenzumrichter. Neben der hohen Zuverlässigkeit haben CAZAUX die kompakte Bauform, der geräuscharme Betrieb und das vielseitige Funktionsspektrum der Antriebssysteme überzeugt. Als weiterer Pluspunkt stach die robuste und zugleich leichte Aluminiumkonstruktion der Getriebemotoren hervor. Mobile Pumpen sollten möglichst gewichtsparend konstruiert sein, um sich problemlos dorthin bewegen zu lassen, wo sie gerade gebraucht werden. „Antriebstechnik für Weinpumpen, das war für uns anfangs noch Neuland“, sagt der NORD-Vertriebsleiter für den Südwesten Frankreichs. „Wir hatten bis dato hauptsächlich Systeme für die Fördertechnik geliefert. Es war aber schnell klar, dass die dezentralen Antriebseinheiten unserer heute als NORDAC FLEX bekannten Baureihe auch allen Anforderungen an Weinpumpen gerecht werden. Entscheidend dafür ist, dass wir unsere Produkte im engen Austausch mit den Anwendern ständig weiterentwickeln, um alle Funktionen zu integrieren, die der Kunde benötigt.

Hohe Regelgüte bei niedriger Drehzahl

Die Frequenzumrichter der Baureihe NORDAC FLEX zeichnen sich durch ihre hohe Regelgüte aus. Die bis in niedrige Drehzahlbereiche reichende Antriebsregulierung verhindert zuverlässig starke, die Qualität beeinträchtigende Verwirbelungen. Die Antriebssysteme gewährleisten eine feinfühlige Einstellung der Durchflussmenge und können zugleich die Dichte, Temperatur und das Volumen des Mediums messen. Außerdem sorgt der Umrichter für ein sanftes Anfahren und Abstoppen des Motors, ermöglicht sich selbstregulierend an vorgebende Druckbereiche anpassende Drehzahlen und bietet einen wirksamen Trockenlaufschutz. „Die einfache und präzise Bedienung stellt sicher, dass die gewünschte Durchflussmenge mit dem entsprechenden Druck in Tanks oder Fässer transportiert wird,“ erklärt Önologe Beillon. Von Vorteil sind ebenso die einfache Umkehr der Förderrichtung, eine regelbare Antriebsleistung von 0,25 bis 22 kW und die moderate Geräuschentwicklung, die sich gerade beim Dauerbetrieb in Spitzenzeiten positiv bemerkbar macht.

Ein System für alle Pumpvorgänge

Worauf es bei Weinpumpen ankommt, fasst Didier Beillon zusammen: „Weil der Wein ein sensibles Produkt ist, müssen die Pumpvorgänge möglichst schonend erfolgen. Zugleich braucht es hohe und gleichmäßige Durchflussraten auch bei sehr zähflüssigen Zwischenprodukten und Restbeständen, damit die Weiterverarbeitung nicht ins Stocken gerät.“ Dafür sorgt das neuartige Funktionsprinzip der Drehkolbenpumpe, mit der alle im Weinkeller anfallenden Pump- und Abpumpvorgänge erledigt werden können. Der leistungsstarke Antrieb erlaubt Pumpstrecken bis zu 80 Metern und befüllt ein Barrique in zwei bis drei Minuten.